Gut 800 Teilnehmer (davon allein 200 Holländer!) aus den Niederlanden, Belgien, Dänemark und sieben Bundesländern sorgten an zwei Tagen für ein exzellentes Feld in der Bremer Unihalle, in der einst auch Europas bestes Jugend- und Junioren-Turnier, das Bremen Masters, seinen Anfang nahm. Auch die Bremen Open wachsen Jahr für Jahr, die Felder werden immer voller und die Qualität nimmt stetig zu.
Sozusagen als Belohnung für ein besonders gutes Wettkampfjahr durfte Nico in der u11 an den Start. Auch Lukas hätte diese Chance bekommen, konnte aber leider nicht. Nach Freilos und einem leicht besiegten Hamburger hatte es Nico mit Martin Matijass (der Name ist bekannt im Judo: Mutter Julia war 2004 Olympia-Dritte in Athen, Vater Eduard ist ein erfolgreicher Trainer) von den Crocodiles aus Osnabrück zu tun. Gegen den späteren Turniersieger hielt er sich sehr gut (der Finalist aus Holland stand nur Sekunden), wäre in der u14 sogar in Führung gegangen... So verlor er leider am Boden. Für Bronze musste dann wieder ein Hamburger dran glauben.
u11m
-46 3. Nico Erdmann
Der günstige Termin am Samstagnachmittag war sicher ein Grund dafür, dass bei der u17 die Felder am vollsten waren und hier die größte Dichte absoluter Top-Judoka zu verzeichnen war. Im Verhältnis war hier das Leistungsniveau, gerade auch in der Anzahl von Kämpfern auf einem sehr hohen Level, noch deutlich höher als in der u20!
Randvolle 64er Listen waren ein Indiz für die Schwere der Aufgabe, eine Medaille zu gewinnen. Dieses Kunststück gelang dann auch lediglich Jonas, der hart dafür arbeiten musste. Fünf Kämpfe, von denen keiner leicht war, musste er bestreiten. Gegen den Greifswalder Herold siegte er in einem zähen Kampf mit Wazaari. Fast die doppelte Kampfzeit stand Jonas gegen den späteren Sieger Klooster aus den Niederlanden auf der Matte. Der Kampf war ausgeglichen, letzlich unterlag er um ein hauchdünnes Koka. Gegen den nächsten Holländer brauchte er nur zwölf Sekunden - Uchi-Mata Ippon! Leider war Maurice zuvor gegen ihn nach offenem Kampf ausgeschieden. Ein Soto-Maki-Komi gegen den Eilbecker Gädtke brachte Jonas ins kleine Finale. Wieder musste er fast über die doppelte Kampfzeit gehen, ehe er mit Seoi-Nage den entscheidenden Yuko holte. Da war er einfach frischer, während der Bremer Du Bao Ha einfach mehr und mehr abbaute. Jonas hatte sich in der regulären Kampfzeit bereits einen Armhebel fein herausgearbeitet, doch sein Kontrahent muss einen Gummiarm haben... Jonas holte die einzige Medaille in der u17, doch die anderen enttäuschten keineswegs!
Gerade Alex, erstmals mit Braungurt in Aktion, zeigte spektakuläre Techniken bis 66 kg - die vollste Gewichtsklasse. In der ersten Runde schoss er den Bremer Vartanjan mit O-Soto-Gari regelrecht ab, in der zweiten Runde lag er gegen den Belgier Courtens (letztlich noch Dritter) schon aussichtslos zurück, um doch noch mit O-Uchi-Gari zu gewinnen. Leider gelang es danach einem Niederländer, Alex ein Yuko abzunehmen, das er trotz mehrerer Koka und einem Shido nicht mehr übertreffen konnte. In der Trostrunde führte er gegen Todorovic (Bushido) schon klar, ehe er kurz vor Schluß noch gekontert wurde. Der Berliner wurde Dritter und im Finale standen noch zwei Kämpfer von Bushido! Alex war weit besser als es Platz neun aussagt.
Auch Robert gewann seine beiden ersten Kämpfe (einmal Hebel, einmal Würger!). Gegen den späteren Sieger Seide (Bushido) war er ohne Chance. In der Trostrunde war mehr drin als eine Yuko-Niederlage gegen einen Hamburger. So wurde auch Robert guter Neunter.
Den ersten Kampf gewann Florian schnell mit Yoko-Gake. Leider folgten zwei Niederlagen gegen einen Holländer und einen Bremer. Dennoch hatte auch er stark gekämpft.
Knapp an einer Medaille rauschte Felix vorbei. Nach Freilos und einem schönen Harai-Goshi gegen einen Hamburger stand er bereits im Halbfinale. Leider erwischte ihn Baumgarten von Randori Molfsee (wir werden überall kopiert, auch in Schleswig-Holstein!) mit Te-Guruma. Im kleinen Finale musste er sich dem Niederländer Degen beugen - ein ausgezeichneter fünfter Platz!
Bis 60 kg verlor Thomas seinen Auftaktkampf sehr unglücklich, die Kampfrichter aus der Region waren oft dem hohen Niveau der Kämpfer nicht gewachsen, was nichts daran änderte, dass dieses Turnier insgesamt klasse war! Im nächsten Kampf zeigte er dafür einen Bilderbuch-Uchi-Mata! Leider unterlag er danach im golden score einem Niederländer nur durch ein Shido.
Maurice hielt sich ebenfalls sehr wacker, hatte starke Gegner vor sich. Nicht vergessen: fast die gesamte u17 hat noch zwei Jahre in dieser Altersklasse vor sich! Nur Thomas verabschiedete sich zu den Junioren (u20).
u17m
-43 5. Felix Stelzner
-55 3. Jonas von Münchow
-55 13. Maurice Daube
-60 11. Thomas Krannich
-66 9. Alexander Schweder
-66 9. Robert Dallwein
-66 11. Florian Freiberg
Nicole erwischte zwei ganz harte Brocken, hielt sich jedoch klasse, verlor im ersten Gefecht nur durch eine Passivitäts-Strafe. Die zwei Jahre Altersunterschied wirkten sich vor allem in Form körperlicher Kraft aus. Dennoch gestaltete Nicole ihr erstes Jahr u17 prima.
u17w
-57 11. Nicole Langner
Abends ging es traditionell ins Daisy´s Inn (die u14 war ja schon gewogen!) zu ganz vorzüglichen Burgern und anschließend zu Alex ins Moor. Wegen der guten Leistungen wurde der nächtliche Moorlauf doch noch gestrichen...
Vielen, vielen Dank an Familie Schweder für die unglaublich tolle Unterbringung! Wir kommen gerne wieder, keine Frage!



