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29.08.2010 Judo-Oper

Der ganze Hauptbahnhof wird zum Dojo!

Angesichts der vielen Schaulustigen war es sicher berechtigt zu fragen, ob nicht der eine oder andere seinen Zug verpasst hat. Knapp vierzig Minuten folgte das Publikum gebannt der Erzählung auf der Matte!

So viel Begeisterung und Interesse für Judo von Leuten, die so etwas noch nie zuvor gesehen haben, habe ich selten erlebt. Die Musik spannte dabei einen besonderen Bogen zwischen den Akteuren auf der Matte und dem Publikum.

Grandios!!!

Mitten im Erdgeschoß war die Mattenfläche auch nicht zu übersehen. Dass es keine Oper im Sinne der klassischen Definition (Oper ist, wenn die dicke Frau schreit) war, stellte kein Problem dar. Komponist Marc, selbst Judoka, erzählte eine spannende Geschichte auf der Matte. Sascha präsentiert vor Miyoko mit Torsten die Nage-No-Kata (die fünfzehn Grundwürfe des Judo, Programm erster Dan, einzelne Gruppen ab Grüngurt) . Jens-Peter als eine Art Godzilla mit Sonnenbrille beäugt dies zunehmend missmutig, bis er nach der dritten Gruppe störend eingreift. Nun fliegen Sascha und Torsten von einer Ecke der Matte in die andere. Dies geht darin über, dass Jens-Peter nun seinerseits Torsten und Sascha abwechselnd mit den Techniken der drei ersten Gruppen der Nage-No-Kata wirft.

Miyoko wird es dann zu viel! Sie schimpft fürchterlich mit dem ungehörigen Schüler und zieht ihn am Ohr von der Matte (herrlich! :-) ). Nun kann die Kata-Vorführung ordentlich zu Ende gehen.
Nach der Kata kommt noch Martin hinzu, es wird geworfen. Einer wirft, die anderen Vier stehen im Quadrat. Es knallt kräftig, obwohl der Effekt der Mikrofone am Körper im riesigen Hauptbahnhof noch nicht so ganz zum Tragen kommt.

Bei IndigoRush spielen Martin und Torsten gemeinsam (wieder am 30.09. in der Junction Bar!!!). Auf der Matte liefern sie sich ein Duell mit Gitarren als eine Art RANDORI mit wechselnden Angriffen. Am Ende des Kampfes werden die beiden Gitarristen einfach wie Schaufensterpuppen in die Ecke gestellt.

Es folgt eine Zeitlupen-Demonstration von Techniken in einzelnen Phasen. Sascha und Jens-Peter werfen. Miyoko als echte Japanerin (kein Judoka! :-) ) machte fleißig Fotos nebenbei, nicht nur von Jens-Peters Füßen...
Zum Finale präsentiert Dietmar als "last Samurai" mit Martin die Itsutsu-No-Kata (zum fünften Dan). Anders als in Europa (seit Aristoteles ist von den Elementen Feuer, Erde, Wasser, Luft die Rede) wurde in Japan bis ins Mittelalter alles auf die fünf Symbole zurückgeführt, die dieser Kata zugrundeliegen: positive / negative Kraft, das Trägheitsgesetz, Zentrifugal- / Zentripetalkraft, die Kraft des Meeres und die Flugbahn der Kometen.

Zum Abgrüßen kam Marc mit Posaune auf die Matte, bläst den Zapfenstreich.

Es gab lange anhaltenden Beifall!

Miyoko, Sascha, Torsten, Jens-Peter, Martin, Dietmar, Marc und die Musiker an Instrumenten und Mischpult waren großartig!

Toll war auch, dass viele Judoka aus den beteiligten Vereinen (GutsMuths, 4001 und RANDORI) dabei waren. Keiner dürfte es bereut haben! :-)

Hoffentlich gelingt es, die Beteiligten dazu zu bringen, diese tolle show noch einmal aufzuführen - 150 Jahre TSV GutsMuths wären sicher ein guter Anlaß...

 

Weitere Bilder bei den Judo-News!!!